Corona-Impfung auch durch uns! Nächste Woche gibt es nur BioNTech, irgendwann im Mai wird die Priorisierung wegfallen…

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

nachdem wir den Hausärzten etwas Vorsprung gelassen haben ergeht jetzt die Bitte an uns: Impfen, Impfen, Impfen! Dazu ganz knapp Überlegungen und Information, vorwiegend über Querverweise auf die entsprechenden offiziellen Seiten.

  1. Impfen ist eine ärztliche Aufgabe, durch unsere Approbation sind wir berechtigt und in Anbetracht der Pandemie auch gesellschaftlich verpflichtet.
  2. Wir wollen nicht abwägen müssen, ob ein Impftermin oder ein psychiatrischer oder neurologischer Kontakt wichtiger ist. Daher sollten wir versuchen, die Impfungen so zu organisieren, dass keine Termine wegfallen. Eine Lösung wäre, nur die Patienten zu impfen, die eh einen Termin haben (in der Woche vorher die Impfbereitschaft telefonisch abfragen). Unsere Patientinnen sind informiert, und wenn sie im Wartebereich oder daheim den Aufklärungsbogen durchgearbeitet haben, bleibt erfahrungsgemäß wenig ärztliche Zeit nötig, um die Aufklärung abzuschließen. Die Impfung selbst kann von MFAs durchgeführt werden.
  3. Hauptproblem ist die Logistik und Verwaltung: Von der Anmischung (BioNTech ist eine Mimose!) und der kurzen Haltbarkeit (an einem Tag verimpfen, was angemischt ist!) bis zur Begehrlichkeit von nicht priorisierten Impfkandidatinnen.
  4. Ethik 1: Die Verteilung sollte transparent über Listen erfolgen. Aufgrund der kurzen Haltbarkeit wird eine gewisse „Resterampe“ unumgänglich sein. Auch hier sollte Transparenz herrschen.
  5. Ethik 2: Wenn wir AstraZeneca zugeteilt bekommen, beginnt vermutlich eine anstrengende Diskussion mit den über 60 Jährigen („Warum ich? BioNTech soll doch viel besser sein!“). Hier sollten wir hart bleiben: Es ist eine Frage der Solidarität der Jungen gewesen, zunächst die Alten impfen zu lassen. Genauso ist es eine Frage der Solidarität der Älteren, jetzt nicht wählerisch zu sein, sondern wie die Kanzlerin und unser Ministerpräsident gefälligst das zu nehmen, was dran ist!
  6. Gute Gründe für den Wechsel von AstraZeneca auf BioNTech: Die Sinusvenenthrombosen waren Ausdruck einer Autoimmunreaktion und haben daher nichts mit früheren Thrombosen zu tun. Eine banale Unterschenkelthrombose oder über 10 Jahre zurückliegende andere Thrombose sind sicher kein Grund für eine Umstellung. Vermutlich auch nicht andere Thrombosen, aber auch aus psychologischen Gründen könnte man behandlungsbedürftige Gerinnungsstörungen oder große Thrombosen der letzten 5 Jahre als Gründe akzeptieren.

Information zum Bestellwesen (immer Dienstags bis 12 Uhr für die folgende Woche bestellen!) und auch zur Anmischung und anderen relevanten Aspekten sowie Links zu den Vordrucken finden sich auf dieser Seite der KVBaWue.

Vergessen Sie bitte nicht die tägliche Dokumentation auf dem Mitgliederportal der KVBaWue.

Viel Erfolg!