Impfstoffe, KV Abrechnungsergebnisse

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

hoffentlich laufen die Impfungen bei Ihnen gut. Wir haben gerade Kummer, weil wir deutlich weniger Impfstoff bekommen, als bestellt. Das macht die Einbestellung arbeitsaufwändig. Hoffen wir auf die versprochene Flut im Juni!

Es gab eine Warnmeldung zu Enzymhemmung unter mRNA Impfstoffen. Die Notiz bezieht sich nur auf Clozapin, warum verstehe ich nicht, weil die freigesetzten Zytokine das gesamte CYP450 System herabsetzen und weil das erwähnte CYP1A2 nicht nur Clozapin, sondern eine bemerkenswert lange Liste weiterer (auch psychiatrisch relevanter) Medikamente verstoffwechselt. Dazu kann angemerkt werden, dass gerade unsere psychiatrischen Patienten ein erhöhtes Risiko für einen schlechteren Covid Verlauf haben und daher zu Recht bevorzugt geimpft worden sind. Die angesprochenen Effekte bezüglich Enzymhemmung und daher möglicher Medikamenten-Spiegelerhöhung sind sowohl nach Impfung als auch (in stärkerem Ausmaß) bei Erkrankung beschrieben, so dass nicht-Impfen keine gute Alternative ist. Nachdem der Zytokin-Effekt der Impfung passager ist (im Tierexperiment der mRNA Corona Impfung maximale Zytokinspiegel 14 Stunden nach Impfung) und von daher nur zu einer begrenzten Erhöhung der Wirkspiegel führt, muss man vor allem innerhalb der ersten Tage wachsam sein: Ein Fallbericht beschreibt eine Intoxikation am Tag 4 nach Impfung und Normalisierung des Clozapinspiegels am Tag 6. Wir müssen also die hochdosiert behandelten Patienten aufklären und beobachten und hier gegebenenfalls eher einen Vektor-Impfstoff empfehlen. Der genannte „Charme“ des Ein-Dosis Impfstoffs von Johnson+Johnson wird m.E. durch die geringere Effektivität (so gut wirkt auch eine einzelne Dosis AstraZeneca) getrübt.

Noch etwas positives: Die Honorarergebnisse der KV liegen vor. Durch die Pandemiebedingten Einschränkungen kam es zu verminderten Leistungsanforderungen, so dass die erbrachten Leistungen in unseren Fachgebieten (auch über das RLV hinausgehend) fast vollständig bezahlt wurden. Das führt zu guten Scheinwerten in € mit Angabe der Steigerung gegenüber Vorjahresquartal: Neurologie 94,33 (+12,5%), Nervenheilkunde 92,60 (+11,7%) und Psychiatrie 119,25 (+13,1%). Überschreitungen des RLV waren zu verzeichnen in den Bereichen Neurologie 3,7%, Nervenheilkunde 4,9% und Psychiatrie 8,2%.

Mit den besten Wünschen für schöne Pfingstferien Ihr Vorstand des BVDN Baden-Württemberg.