Luftfilterung nützlich im Herbst?

Liebe Kolleginnen und Kollegen,

Wer sich nicht auf den russischen Impfstoff verlassen will, muss noch etwas warten und weiter Maske tragen. Nach aktuellen Arbeiten sind Aerosole als infektiös anzusehen und können längere Zeit in der Luft verbleiben. Im Herbst wird es kühler und die effektivste Methode zur Minimierung der Viruslast durch Lüftung wird schwieriger.

Das Tragen der Maske wird bei steigenden Corona-Infektionszahlen vor allem im Wartezimmer wieder sehr aktuell. Leider lässt die Angst und auch die Disziplin unserer Patientinnen nach und so ragt manche Nase über die Maske und karikiert den Effekt (zumindest solange die Ärztin nicht hereinschaut).

Eine gute Idee könnte als zusätzliche Hilfe die Luftreinigung sein: Handelsübliche Geräte filtern Feststoffe der Feinstaubklasse 2,5 (unter 2,5µm Durchmesser) gut aus. Leistungsfähige HEPA Filter können auch Viren (Coronaviren haben ca 0,1µm Durchmesser) ausfiltern. Erstaunlicherweise haben die Hersteller diese Vermarktungsmöglichkeit noch nicht entdeckt und beworben. Daher sind entsprechende Geräte (im Gegensatz zu Webcams) noch zu haben. Die Stiftung Warentest hat im März noch ohne Corona-Gedanken eine Testung gemacht und meines Erachtens könnte ein positiv getestetes Gerät im Warte-, Behandlungs- und Diagnostikzimmer gute Dienste tun und dann filtern, wenn wir wegen Kälte nicht mehr gerne mit offenen Fenstern arbeiten.

Ich habe mir jedenfalls soeben 5x den billigen Bruder des Testsiegers bestellt und hoffe, dass damit ein Beitrag geleistet werden kann, auch im Fall der zweiten Welle die Kurve flach zu halten, ohne die Praxis zu schließen.