Vorschlag zur praxistauglichen Betrachtung von MRT-Aufnahmen auf CD

Häufig sind relevante Befunde mittels MRT erhoben worden. Patienten bringen die CD mit und legen den Schatz stolz auf den ärztlichen Tisch und erwarten, dass dieses Geschenk freudig empfangen, ausgepackt und gewürdigt wird. In der Realität sind die Aufnahmen hoch interessant und die diagnostische Sicherheit wächst, wenn die MRT-Befunde nicht nur als (oft alarmistisch formulierter) Text, sondern auch im Kontext des neurologischen oder psychiatrischen Befundes umfassend gewürdigt werden können. Oft relativiert sich eine schlimme Spinalkanalstenose oder massive cerebrale vaskulopathische Veränderungen in Anbetracht der bekannten Situation oder aber ein kleiner Befund, der mangels Korrelation zur Klinik übersehen wurde, bekommt die Bedeutung, die er verdient.
– JEDOCH – läuft die Uhr. Vom Entgegennehmen, Auspacken bis zur Monitoransicht der Bilder können gefühlt Äonen vergehen. Bei einem Teil der CDs versagt die Technik, bei dem Rest muss man sich jedes Mal an einen neuen Viewer gewöhnen und sich fragen, ob man die Software wirklich installieren will (die Zeit läuft weiter!!). Papierausdrucke sind vermeintlich bequem, bieten jedoch nicht die diagnostische Information des digitalen Bildes. Die Wahrheit ist heutzutage digital!

Aus meiner Sicht ist die einzig praktikable Lösung, die ich hiermit vorschlage folgende:
1. Besorgen Sie sich einen Viewer, mit dem Sie zukünftig in gewohnter Umgebung alle CDs betrachten können.
2. Akzeptieren Sie keine CDs im Sprechzimmer! Das erfordert eine Erziehung vor allem der MFAs: CDs müssen am Empfang eingesammelt und eingelesen werden. Das muss in Fleisch und Blut übergehen, wie das Einlesen der KVK.
3. Die MRT-Daten werden auf dem Server an einem bestimmten Ort gespeichert. Mit Ihrem Viewer greifen Sie auf die Patienten-MRT-Daten zu und haben die aktuellen und evtl. auch Vor-Aufnahmen im Viewer zum bequemen Vergleichen. Ein moderner Viewer bietet (wenn es einmal so eingestellt ist) Referenzlinien, mit denen Sie auf transversalen Schnitten sehen, wo sich die sagittale Ansicht gerade befindet etc.

Woher den Viewer nehmen?
Apple User haben es leicht: Mit Osirix steht eine gute erprobte Software zur Verfügung. Für den Nicht-Radiologen genügt die kostenfreie „light“ Version.
Die Mehrzahl war bisher erfolglos auf der Suche nach einer guten kostenfreien Lösung für Windows-PCs.
Ich habe meinen Softwarespezialisten vor Ort mit der Frage nach einer praktikablen Lösung gequält und nach Verhandlungen mit MediDok gibt es jetzt ein äußerst attraktives Angebot:
Für €50,- plus MWSt können sich Berufsverbandsmitglieder eine abgespeckte Viewerlösung (MediDok PACS kostet knapp € 4000,00) ohne Archivfunktion und ohne Lizenz zur Befundung (das ist rechtlich gesehen die Aufgabe des Radiologen) bestellen. Vertriebspartner ist die Firma Bucher Systemlösungen in Neu-Ulm, die auf Wunsch und weitere Rechnung auch Installation und Schulung leisten kann. Rufen Sie einfach dort an oder bestellen Sie per mail:  vertrieb@busys.de

Ausführlicher wird die Thematik dann im März-Heft des Neurotransmitter abgehandelt! Im April sollen dann Anwendungstips zur Bedienung des Programms folgen. Auch auf unserer Mitgliederversammlung wird das Thema kurz vorgestellt und können Fragen beantwortet werden.